# BUSINESSPLAN ## Transformation Skilift Oberholz-Farner in moderne Sesselliftanlage ### Ganzjahres-Tourismuskonzept für nachhaltigen Bergtourismus --- ## Executive Summary Die Skilift AG Oberholz-Farner steht vor wegweisenden Entscheidungen. Der Klimawandel mit drastisch reduziertem Schneevorkommen, eine über 70-jährige Infrastruktur und veränderte Freizeitgewohnheiten erfordern einen Paradigmenwechsel. Diese Analyse zeigt: **Die Transformation vom saisonalen Skilift zum ganzjährigen Sessellift ist nicht nur möglich, sondern wirtschaftlich und ökologisch geboten.** **Kernbotschaft:** Durch die Investition von CHF 8-12 Millionen in eine moderne 6er-Sesselbahn mit Ganzjahresbetrieb kann das Oberholz-Farner-Gebiet zu einer nachhaltigen Tourismusdestination für die Region Zürich-Oberland entwickelt werden - mit 5-facher Betriebszeit gegenüber heute. --- ## 1. SITUATIONSANALYSE ### 1.1 Historischer Kontext und aktuelle Lage **Gründung und Tradition:** - Gründung 1954 durch Rosa Oberholzer als erster Skilift der Region - Hauptlift: 1'172m Länge, 295m Höhendifferenz (860-1'155 m.ü.M.) - Trainerlift seit 1957, Ponylift seit ca. 2004 - Kapazität: 1'030 Personen/Stunde (aktueller Bügellift) **Kritische Betriebssituation 2024/2025:** - Drastischer Rückgang der Betriebstage - Letzter Winter: Hauptlift war kein einziges Mal in Betrieb - Nur noch sporadischer Betrieb der kleineren Lifte - Letzte gute Saison: Corona-Winter 2020/21 (Ausnahmesituation) ### 1.2 Klimawandel-Impact Basierend auf aktuellen Studien zeigt sich: **Schneesituation:** - Schneemangel macht dem Skigebiet seit Jahren zu schaffen - Bei zwei Grad globaler Erwärmung wird in der Hälfte der Wintersportorte in Europa zu wenig natürlicher Schnee liegen - Historisch: Januar ist schneereichste Zeit (durchschnittlich 28cm in Woche 2) - Trend: Immer häufiger Regen statt Schnee auf 850-1'150 m.ü.M. **Prognose ohne Massnahmen:** - Maximal 5-10 weitere Jahre eingeschränkter Winterbetrieb - Komplette Stilllegung wie andere Tieflagen-Skigebiete (Langenbruck, Jungholz) - Verlust eines wichtigen Naherholungsgebiets ### 1.3 Infrastruktur-Zustand **Bestehende Anlagen:** - Bügellift von 1954: technisch veraltet, wartungsintensiv - Betriebskosten im fünfstelligen Bereich jährlich - Sicherheitsanforderungen steigen kontinuierlich - Keine künstliche Beschneiung (bewusster Verzicht aus ökologischen Gründen) ### 1.4 Konfliktanalyse **Landnutzungsrechte:** - Langwieriger Rechtsstreit mit Grundeigentümer seit 2007 - Fehlende vertragliche Regelungen (basiert auf Gewohnheitsrecht) - Forderungen des Bauern: CHF 30'000 Nachzahlung plus jährliche Gebühren - Vier Gerichtsprozesse seit 2016 --- ## 2. STAKEHOLDER-ANALYSE ### 2.1 Primäre Stakeholder | Stakeholder | Interessen | Einfluss | Strategie | |------------|------------|----------|-----------| | **IG Skilift Oberholz-Farner** | Erhalt der Anlage, Tradition bewahren | Hoch | Kernpartner, Knowhow-Transfer | | **Gemeinde Wald ZH** | Naherholung, Standortattraktivität | Hoch | Hauptaktionär (40-50%) | | **Gemeinde Eschenbach SG** | Tourismus, Arbeitsplätze | Mittel | Mitaktionär (10-15%) | | **Grundeigentümer/Bauern** | Faire Entschädigung, Naturschutz | Hoch | Langfristverträge, Win-Win | | **Lokale Bevölkerung** | Freizeitangebot, Tradition | Mittel | Volksaktien, Partizipation | ### 2.2 Sekundäre Stakeholder | Stakeholder | Potenzial | Einbindungsstrategie | |------------|-----------|----------------------| | **Gastronomie** | Restaurant Farneralp, Alptraum, Bleichibeiz | Kooperationsverträge, Kombitickets | | **Pfadi Schweiz** | Cholihütte, Jugendlager | Spezialkonditionen, Events | | **Tourismusorganisationen** | Marketing, Packages | Gemeinsame Vermarktung | | **Stadt Zürich** | Naherholung für Städter | Investorenbeteiligung möglich | | **Arosa-Lenzerheide** | Knowhow, Synergien | Kooperationspartner | --- ## 3. RAHMENBEDINGUNGEN ### 3.1 Regulatorische Anforderungen **Bewilligungen erforderlich:** - Bundesamt für Verkehr (BAV): Konzession für Sesselbahn - Kantonale Bauämter ZH/SG: Baubewilligung - Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) - Gemeindeversammlungen: Zonenplanänderung **Zeitrahmen:** 18-24 Monate für alle Bewilligungen ### 3.2 Marktumfeld **Trends im Bergtourismus:** - Im Sommer wird mittlerweile bereits ein Viertel des Gesamtumsatzes erwirtschaftet - Zunehmende Nachfrage nach naturnahem Tourismus - E-Bike-Boom verstärkt Bedarf nach Transportkapazität - Familien suchen verkehrsfreie Ausflugsziele **Wettbewerbsanalyse:** - Atzmännig: 20km entfernt, grösseres Angebot aber teurer - Hoch-Ybrig: 35km, alpine Lage, andere Zielgruppe - Bachtel/Schnebelhorn: Nur Wandern, keine Liftinfrastruktur ### 3.3 Standortvorteile Oberholz - **ÖV-Erschliessung:** Bahnhof Wald, Skibus bei Betrieb - **Einzugsgebiet:** 1.5 Mio. Menschen im Radius von 45 Minuten - **Höhenlage:** Ideal für Ganzjahresbetrieb (860-1'155m) - **Naturraum:** Teil des Naherholungsgebiets Zürcher Oberland --- ## 4. KONZEPT SESSELLIFT-TRANSFORMATION ### 4.1 Technische Spezifikationen **Neue 6er-Sesselbahn (kuppelbar):** - Streckenlänge: 1'200m (optimierte Linienführung) - Höhendifferenz: 295m - Förderleistung: 2'400 Personen/Stunde - Fahrzeit: 5-6 Minuten - Kabinen: Wetterschutzhaube, barrierefrei - Mitnahme: Fahrräder, Kinderwagen, Rollstühle ### 4.2 Ganzjahres-Nutzungskonzept **Winter (Dezember - März):** - Ski/Snowboard bei Schnee - Winterwandern/Schneeschuhlaufen - Schlitteln (separate Schlittelpiste) - Events: Vollmondfahrten, Skitourenevenings **Frühling/Herbst (April-Mai, September-November):** - Wandertourismus - Trail Running Events - Naturerlebnisse (Wildbeobachtung) - Seminare & Retreats **Sommer (Juni-August):** - Bike-Transport (Downhill-Trail "Anfänger") - Familienerlebnisse (Spielplatz Bergstation) - Paragliding-Startplatz - Alp-Gastronomie ### 4.3 Ergänzende Infrastruktur **Talstation (Oberholz):** - Parkplatz-Erweiterung (100 Plätze) - E-Bike Ladestation & Verleih - Shop & Ticketing - Sanitäranlagen **Bergstation (Farner):** - Aussichtsplattform mit Infotafeln - Bike-Waschstation - Picknick-Bereich - Anschluss Wanderwegnetz --- ## 5. GESCHÄFTSMODELL ### 5.1 Erlösströme | Segment | Anteil | Details | |---------|--------|---------| | **Tagestickets** | 45% | Einzelfahrten, Tageskarten | | **Saisonkarten** | 25% | Jahres-, Saison-Abos | | **Bike-Transport** | 15% | Sommer-Haupteinnahme | | **Events/Gruppen** | 10% | Firmen, Schulen, Vereine | | **Gastronomie-Kooperation** | 5% | Kombitickets, Provisionen | ### 5.2 Preisstruktur (Vorschlag) **Sommer:** - Bergfahrt Erwachsene: CHF 18 - Retour Erwachsene: CHF 28 - Kinder (6-16): 50% Reduktion - Bike-Zuschlag: CHF 10 **Winter (bei Schnee):** - Tageskarte Erwachsene: CHF 45 - Halbtageskarte: CHF 35 - Saisonkarte: CHF 450 **Spezialangebote:** - Familientickets (-20%) - Sunrise-Tickets (vor 9 Uhr): -30% - Kombitickets mit Gastronomie ### 5.3 Betriebsmodell **Personal:** - Betriebsleitung: 100% - Technischer Dienst: 2 x 100% - Kasse/Service: 2-4 Teilzeit (saisonal) - Total: 4-6 Vollzeitäquivalente **Öffnungszeiten:** - Ganzjahr: Mi-So 9:00-17:00 - Hochsaison: Täglich - Abendfahrten: Nach Vereinbarung --- ## 6. FINANZPLANUNG ### 6.1 Investitionsbudget | Position | Kosten (CHF) | |----------|-------------| | **Sesselbahn-Anlage** | 7'000'000 | | **Tal-/Bergstation** | 2'000'000 | | **Fundamente/Erdarbeiten** | 1'500'000 | | **Parkplatz/Erschliessung** | 500'000 | | **Bewilligungen/Planung** | 500'000 | | **Reserve (10%)** | 1'150'000 | | **TOTAL** | **12'650'000** | ### 6.2 Finanzierung | Quelle | Betrag (CHF) | Anteil | |--------|--------------|--------| | **Gemeinde Wald** | 4'000'000 | 32% | | **Kanton ZH (Fördermittel)** | 2'000'000 | 16% | | **Private Investoren** | 3'000'000 | 24% | | **Crowdfunding/Volksaktien** | 1'500'000 | 12% | | **Bankdarlehen** | 2'150'000 | 16% | ### 6.3 Wirtschaftlichkeitsrechnung (5 Jahre) **Jahr 1-2: Aufbauphase** - Umsatz: CHF 800'000 p.a. - Betriebskosten: CHF 600'000 - EBITDA: CHF 200'000 **Jahr 3-5: Wachstumsphase** - Umsatz: CHF 1'400'000 p.a. - Betriebskosten: CHF 750'000 - EBITDA: CHF 650'000 **Break-Even:** Jahr 4 **ROI:** 8-10 Jahre --- ## 7. UMSETZUNGSPLAN ### 7.1 Projektphasen **Phase 1: Vorbereitung (Monate 1-6)** - Machbarkeitsstudie finalisieren - Investorensuche starten - Landnutzungsverträge klären - Gemeindebeschlüsse einholen **Phase 2: Planung (Monate 7-12)** - Detailprojektierung - Bewilligungsverfahren einleiten - Ausschreibungen vorbereiten - Finanzierung sichern **Phase 3: Realisation (Monate 13-24)** - Baustart Frühjahr - Montage Sesselbahn - Testbetrieb - Eröffnung Dezember **Phase 4: Betriebsaufnahme (ab Monat 25)** - Soft-Opening Winter - Vollbetrieb ab Sommer - Laufende Optimierung ### 7.2 Kritische Erfolgsfaktoren 1. **Grundeigentümer-Einigung:** Faire Langzeitverträge 2. **Politischer Support:** Gemeinden als Ankerinvestoren 3. **Bevölkerungsakzeptanz:** Frühe Einbindung 4. **Wetterunabhängigkeit:** Ganzjahreskonzept 5. **Marketing:** Professionelle Vermarktung --- ## 8. NACHHALTIGKEITSKONZEPT ### 8.1 Ökologische Dimension **Energie:** - 100% Ökostrom (Photovoltaik Talstation) - Rekuperation beim Talfahrt - LED-Beleuchtung durchgehend **Mobilität:** - ÖV-Anbindung optimieren - E-Shuttle ab Bahnhof - Bike-Sharing Station **Naturschutz:** - Wildschutzzonen respektieren - Besucherlenkung digitalisiert - Keine künstliche Beschneiung ### 8.2 Soziale Dimension **Regionale Wertschöpfung:** - 6-8 neue Arbeitsplätze - Aufträge an lokales Gewerbe - Kooperation mit Landwirtschaft **Inklusion:** - Barrierefreier Zugang - Sozialpreise für Familien - Gratistage für Schulen ### 8.3 Ökonomische Dimension **Langfristige Rentabilität:** - Diversifizierte Einnahmen - Wetterunabhängiger - Skaleneffekte nutzen --- ## 9. RISIKOMANAGEMENT ### 9.1 Risikoanalyse | Risiko | Wahrscheinlichkeit | Impact | Massnahmen | |--------|-------------------|--------|------------| | **Finanzierungslücke** | Mittel | Hoch | Stufenweise Realisation | | **Bewilligungsverzug** | Niedrig | Mittel | Frühzeitige Einbindung Behörden | | **Klimawandel verstärkt** | Hoch | Mittel | Ganzjahresfokus | | **Konkurrenzdruck** | Mittel | Niedrig | USP Naturnähe/ÖV | | **Akzeptanzprobleme** | Niedrig | Hoch | Partizipative Planung | ### 9.2 Alternativszenarien **Plan B: Reduzierte Variante** - 4er-Sesselbahn statt 6er - Investment: CHF 8 Mio. - Fokus Sommerbetrieb **Plan C: Kooperation** - Joint Venture mit Atzmännig - Gemeinsame Vermarktung - Knowhow-Transfer --- ## 10. MARKETING & KOMMUNIKATION ### 10.1 Positionierung **Claim:** "Oberholz-Farner - Dein Berg vor der Haustür" **USP:** - Einziger Ganzjahres-Sessellift im Zürcher Oberland - In 45 Minuten mit ÖV ab Zürich HB - Familienfreundlich und naturnahe - Faire Preise für Locals ### 10.2 Zielgruppen 1. **Familien mit Kindern** (40%) 2. **Naturbegeisterte Senioren** (25%) 3. **Sportliche Biker/Wanderer** (20%) 4. **Gruppen/Schulen/Vereine** (15%) ### 10.3 Marketingmix **Produkt:** - Erlebnisberg für alle Generationen - Saisonale Specials - Eventprogramm **Preis:** - Competitive Pricing - Dynamic Pricing (Auslastung) - Loyalitätsprogramm **Distribution:** - Online-Ticketing (70%) - Vorverkauf Tourismusbüros - Kombitickets SBB **Kommunikation:** - Social Media Fokus - Influencer-Kooperationen - Lokale Medienarbeit --- ## 11. INVESTOR PITCH ### Investment Opportunity Oberholz-Farner **Vision:** Transformation eines traditionellen Skilifts in eine moderne, nachhaltige Ganzjahres-Bergdestination **Mission:** Naturnahen Bergtourismus für die Metropolitanregion Zürich zugänglich machen **Marktpotenzial:** - 1.5 Mio. Menschen im Einzugsgebiet - 200'000 Besucher/Jahr realistisch - Wachstumsmarkt Outdoor-Tourismus **Investment Highlights:** - ✅ Bewährter Standort mit 70-jähriger Historie - ✅ Exzellente ÖV-Anbindung - ✅ Ganzjahreskonzept (5x mehr Betriebstage) - ✅ Gemeinden als Ankerinvestoren - ✅ Break-even in Jahr 4 - ✅ Nachhaltiges Geschäftsmodell **Call to Action:** Werden Sie Teil der Erfolgsgeschichte! Investieren Sie in die Zukunft des nachhaltigen Bergtourismus im Zürcher Oberland. **Kontakt:** Kurt Schaufelberger, Skilift AG Oberholz-Farner --- ## 12. FAZIT & EMPFEHLUNG Die Transformation des Skilifts Oberholz-Farner in eine moderne Sesselliftanlage ist mehr als eine technische Modernisierung - es ist eine Investition in die Zukunft der Region. **Zentrale Erkenntnisse:** 1. **Der Klimawandel macht den Wandel unausweichlich:** Ohne Transformation droht die komplette Stilllegung innerhalb der nächsten 5-10 Jahre. 2. **Das Ganzjahreskonzept ist wirtschaftlich tragfähig:** Mit 5-mal mehr Betriebstagen und diversifizierten Einnahmequellen ist eine nachhaltige Rentabilität erreichbar. 3. **Die gesellschaftliche Relevanz ist hoch:** Als Naherholungsgebiet für 1.5 Millionen Menschen hat das Projekt überregionale Bedeutung. 4. **Die Umsetzung ist realistisch:** Mit Gemeinden als Ankerinvestoren und breiter Unterstützung aus der Bevölkerung sind die Erfolgsaussichten gut. **Handlungsempfehlung:** ✅ **SOFORTIGE UMSETZUNG** der Phase 1 (Vorbereitung) empfohlen Die Zeit drängt. Jedes weitere Jahr ohne Entscheidung schwächt die Position des Oberholz-Gebiets im regionalen Wettbewerb. Mit dem vorliegenden Konzept kann aus einer Krise eine Chance werden - für nachhaltigen Tourismus, regionale Wertschöpfung und den Erhalt eines wichtigen Stücks Heimat. **"Vom Skilift zum Erlebnisberg - Oberholz-Farner schreibt Geschichte neu!"** --- *Erstellt: 01.09.2025* *Nächste Aktualisierung: Nach Gemeindeversammlungen Q4/2025* --- ## ANHANG ### Quellenverzeichnis **Offizielle Quellen:** - IG Skilift Oberholz-Farner: https://www.skilift-oberholz.ch/ - Seilbahnen Schweiz (SBS): https://www.seilbahnen.org/ - Bundesamt für Verkehr (BAV): https://www.bav.admin.ch/ - MeteoSchweiz: https://www.meteoschweiz.admin.ch/ - Gemeinde Wald ZH: https://www.wald-zh.ch/ **Rechtliche Grundlagen:** - Seilbahnverordnung (SebV): SR 743.011 - Umweltschutzgesetz (USG): SR 814.01 - Raumplanungsgesetz (RPG): SR 700 --- **Verfasser:** Patrick Motsch, Dipl. Bau-Ingenieur ETH/SIA Sanatoriumstrasse 74 8636 Wald ZH **Erstellungsdatum:** Dezember 2024